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Wirtin macht Lokal trotz Lockdown auf„Als Mama werde ich gezwungen, die Verordnungen zu umgehen“

LINZ. Eine Café-Betreiberin im oberösterreichischen Linz hat ihr Lokal am Montag entgegen der Corona-Verordnungen geöffnet. „Ich bin eine Mama, ich habe ein 13jähriges Kind, ich bin alleinerziehend und ich habe gar keine andere Möglichkeit mehr”, sagte Alexandra Pervulesko am Dienstag dem Sender RTL. Sie könne es sich nicht mehr leisten, ihr Café geschlossen zu halten. Vom Staat erhalte sie keine ausreichende Unterstützung. Da sie verschuldet sei, habe ihr außerdem die Bank den Geldhahn zugedreht.
Auf einem Zettel an der Eingangstür bat sie laut der Nachrichtenagentur APA ihre Gäste unter anderem, die Abstandsregeln einzuhalten. Und: „Als Mama werde ich gezwungen, die Verordnungen zu umgehen (…) ich kann mein Kind nicht mehr versorgen.“ Überdies forderte sie „jeden radikal Denkenden rechts/links“ auf, das Lokal nicht zu betreten. Im Inneren hätten sich dennoch mehrere Gäste versammelt, die meisten davon ohne Maske.
Polizei erstattet rund 40 Anzeigen

Alles wieder ruhig in der Linzer Badgasse… pic.twitter.com/NTR1QDuWvH
— POLIZEI OÖ (@LPDooe) January 11, 2021

Nach rund einer Stunde sei die Polizei angerückt. Diese teilte am Abend mit, sie habe das Lokal geschlossen. Außerdem seien die Wirtin sowie 37 weitere Personen angezeigt worden. Laut APA drohen den Gästen bis zu 1.450 Euro und der Wirtin bis zu 30.000 Euro Strafe.

Gegenüber dem ORF sagte Pervulesko, sie sei durch eine Internetaktion auf die Idee gekommen, am Montag trotz des Verbots ihr Lokal zu öffnen. Unter dem Slogan „Wir machen auf – Lockdown beenden“ hatten sich dutzende Einzelhändler und Gastronomen in Deutschland, Österreich und der Schweiz virtuell versammelt und angekündigt, ihre Läden, Restaurants und Bars aufzusperren.
Bei der Aktion hatten Medienberichten zufolge schlußendlich allerdings nur wenige Betreiber mitgemacht. In Kaiserslautern und Neustadt in Rheinland-Pfalz demonstrierten einige Unternehmer und Händler für angemessene Entschädigungen und ein Ende des Lockdowns zum 31. Januar. In Trier öffneten Ladenbetreiber symbolisch die Türen ihrer Geschäfte. In der Schweiz öffnete vereinzelt Restaurants. Zu größeren Polizeieinsätzen kam nicht. (ls)


Quellenangabe: jungefreiheit.de
Weiterlesen: jungefreiheit.de/politik/ausland/2021/mama-verordnungen-umgehen/

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